1. Trump 2.0: Der Immobilienhai regiert wieder – und träumt weiter von Grönland
Donald Trump sitzt wieder im Weissen Haus. Man könnte meinen, die Welt hätte aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt – aber offenbar ist das kollektive Gedächtnis kurz, und Dummheit stirbt nie aus. Kaum zurück an der Macht, macht sich der selbstverliebte Immobilienmogul erneut lächerlich: Er will wieder Grönland kaufen. Oder übernehmen. Oder einfach mit seinem Namen branden, wer weiss das schon so genau.
Ja, es ist tatsächlich passiert. Am 5. März 2025, während die Welt mit echten Krisen beschäftigt ist, verkündet Trump mit der gleichen grossspurigen Selbstüberschätzung wie eh und je, dass er Grönland „auf die eine oder andere Weise“ unter amerikanische Kontrolle bringen will. Als hätte er in seiner ersten Amtszeit nicht genug diplomatische Brücken abgefackelt, versucht er nun, erneut ein ganzes Volk zu kaufen – und versteht nicht, warum es dankend ablehnt.
Ein Kind im Spielzeugladen
Die Grönländer reagieren diesmal nicht einmal mehr mit Überraschung, sondern nur noch mit einem genervten Augenrollen. Regierungschef Mute Egede hat es in einem einzigen Satz auf den Punkt gebracht: „Wir wollen keine Amerikaner oder Dänen sein. Wir sind Grönländer.“ Punkt. Kein Verhandlungsbedarf. Aber Trump versteht so etwas nicht. Wenn er ein „Nein“ hört, wird er trotzig. Es ist wie bei einem Kind im Spielzeugladen, das sich auf den Boden wirft, weil es nicht bekommt, was es will. Nur dass dieses Kind die Kontrolle über das mächtigste Land der Welt hat und niemand mutig genug ist, es zur Vernunft zu bringen.
Man kann sich den Monolog im Oval Office lebhaft vorstellen: „Es ist lächerlich! Jeder will zu Amerika gehören. Grönland will das auch, sie wissen es nur noch nicht. Wir haben das beste Eis, das grösste Eis! Und das wird bald Trump-Eis sein!“ In seinem aufgeblähten Ego-Universum existiert kein Gedanke daran, dass Grönland tatsächlich einfach zufrieden sein könnte, so wie es ist.
Realitätsverlust als Regierungsstil
Dass sich Trump weiterhin an diese absurde Idee klammert, zeigt vor allem eines: Er lebt in einer Fantasiewelt. Während Europa mit Krieg und Krisen kämpft, während die USA mit wirtschaftlichen Herausforderungen ringen, während sich der Klimawandel vor aller Augen entfaltet, konzentriert sich Trump darauf, ein Land zu kaufen, das ihn nicht will.
Er stellt sich vermutlich schon ein Luxushotel mitten in der Arktis vor. „Trump Glacier Resort – das kälteste, aber heisseste Hotel der Welt!“ Vielleicht denkt er sogar daran, die schmelzenden Eisberge als Marktlücke zu nutzen: „Wir werden das beste, reinste, wunderschönste Wasser in Flaschen verkaufen. Trump Ice! Glaubt mir, es wird fantastisch!“ Dass seine Umweltpolitik in seiner ersten Amtszeit wesentlich dazu beigetragen hat, dass diese Eisberge überhaupt schmelzen, interessiert ihn natürlich nicht.
Während Trump in seinem Büro wütet und seine Berater verzweifelt versuchen, ihm die geopolitische Realität zu erklären, lehnt sich Grönland entspannt zurück. Denn egal, wie oft Trump mit diesem Unsinn ankommt – er hat keine echte Chance. Dänemark, das sich schon 2019 über seine absurde Kaufofferte lustig gemacht hat, wird sicher nicht plötzlich seine Meinung ändern und ihm den Schlüssel zu Grönland in die Hand drücken. Und die Grönländer selbst? Sie haben schon damals und werden auch heute nicht mit sich handeln lassen. Die Zeit, in der ein grössenwahnsinniger Amerikaner mit ein paar Dollar-Bündeln durch die Welt ziehen und Länder kaufen konnte, ist lange vorbei – nur hat es Trump noch nicht begriffen.
Aber natürlich wäre er nicht Trump, wenn er nicht beleidigt reagieren würde. Wenn er schon nicht Grönland haben kann, dann soll wenigstens Dänemark dafür büssen. Also droht er, schnaubt, wettert gegen die dänische Regierung. Vielleicht überlegt er sich Wirtschaftssanktionen, vielleicht zieht er ein paar US-Truppen aus der Region ab, vielleicht schickt er einfach wütende Tweets ins Internet, die so grammatikalisch fragwürdig sind, dass selbst seine eigenen Berater nicht mehr wissen, was er eigentlich sagen will.
Doch was genau will er denn mit Grönland? Glaubt er wirklich, er könnte einfach ein paar Dollar-Scheine auf den Tisch legen und das rohstoffreiche Gebiet wie ein heruntergekommenes Casino in Atlantic City übernehmen? Sieht er sich als den neuen Eroberer der Arktis, als den Mann, der die Weltkarte nach seinen Geschäftsinteressen umzeichnet? Oder geht es ihm einfach darum, wieder einmal von seiner eigenen Inkompetenz abzulenken?
Wie lange kann das noch gut gehen?
Die grössere Frage ist aber: Wenn Trump wirklich glaubt, dass er Grönland kaufen oder übernehmen kann, was glaubt er dann noch? Wird er eines Tages Alaska an Russland verkaufen, weil er es für ein „schlechtes Geschäft“ hält? Wird er Kanada als „Nordamerika 2.0“ einverleiben wollen? Und wie lange schaut die Welt diesem Wahnsinn noch zu?
Es ist kaum ein Monat vergangen, seit dieser Mann wieder an der Macht ist, und schon beweist er, dass er nichts dazugelernt hat. Wir können uns also auf vier weitere Jahre voller Eskalationen, Beleidigungen und Peinlichkeiten gefasst machen. Aber zumindest Grönland kann sich entspannt zurücklehnen. Dänemark auch. Der Rest der Welt? Der sollte sich besser anschnallen.
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