Rellsens Kolumnen

Philipp Rellstab

Philipp Rellstab - Wortspieler & Klangtüftler. Jazzmusiker mit Trompete, Flügelhorn, Posaune und Tuba. Chefredaktor der SamiPost. Schreibt, wenn das Leben sticht - mal kurz, mal lang, aber immer mit Herz.

1. Mia Madisson: Eine Geschichte, die niemand braucht

Text von Philipp Rellstab | veröffentlicht am 13.03.2025 14:27
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Wieder jemand mehr, den man nicht kennen muss. Mia Madisson reiht sich in die lange Liste der Reality-Sternchen ein, deren Hauptaufgabe darin besteht, auf Instagram ihr Leid zu beklagen – in diesem Fall über eine geplatzte Wohnung in Bülach. Eine Tragödie? Wohl kaum. Aber dank sozialer Medien kann selbst eine gescheiterte Wohnungsübergabe zur mehrtägigen Seifenoper mutieren.

Die Kunst des Jammerns

Es braucht ein gewisses Talent, aus Nichtigkeiten eine mediale Welle zu schlagen. Mia Madisson, bekannt aus „Der Bachelor“ (also nicht wirklich bekannt), hat diese Kunst perfektioniert. Erst wird die Wohnung gekündigt, dann alles verkauft – inklusive Kleiderschrank – und als es schiefgeht, muss natürlich Instagram ran.

„Ich habe voll die Depressa, ich schwöre es euch“, erklärt sie mit betroffenem Blick. Die Fans sollen Mitleid haben, denn sie hat jetzt keinen Schrank mehr. Wer in einer ähnlichen Situation einfach zu Ikea fahren und sich einen neuen kaufen würde, hat offensichtlich nichts von Reality-TV verstanden. Es geht um Drama, nicht um Lösungen.

Die bösen Nachbarn von Bülach

Was wäre eine gute Story ohne einen Bösewicht? In diesem Fall sind es die Nachbarn in Bülach. Diese sollen angeblich eine Petition gestartet haben, um die Influencerin und ihre Familie fernzuhalten. Gründe? Unbekannt. Gab es diese Petition überhaupt? Auch unbekannt. Aber hey, die Story verkauft sich gut.

Vielleicht wollte einfach niemand alle paar Tage Instagram-Storys aus der Waschküche oder vom Müllcontainer sehen. Vielleicht hatte der Vermieter auch einfach kalte Füsse bekommen. Aber egal, Hauptsache, es klingt nach Ungerechtigkeit.

Von Köln nach Bülach und zurück nach Köln

Nachdem die neue Wohnung in der Schweiz also flachfiel, bleibt Madisson nun in Köln. Dort hat sie immerhin „sehr tolle Nachbarn – wenigstens hier“. Ob das ein kleiner Seitenhieb in Richtung Bülach war? Wahrscheinlich.

Nun steht sie also da, ohne Möbel, aber mit umso mehr Content für Instagram. Und was folgt daraus? Genau: ein Einkaufsmarathon. Denn „ich muss alles wieder neu kaufen“, wie sie seufzend erklärt. Und das Publikum darf natürlich live dabei sein, wenn der neue Schrank ausgesucht wird.

Die perfekte Inszenierung

Es wäre naiv zu glauben, dass Mia Madisson nicht genau weiss, was sie tut. Ein bisschen Drama hier, ein bisschen Mitleid da – und schon ist sie wieder Gesprächsthema. Dass dabei der eigentliche Inhalt völlig belanglos ist, spielt keine Rolle.

Wen interessiert diese Geschichte wirklich? Die kurze Antwort: niemanden, der nicht gerade verzweifelt auf der Suche nach Ablenkung ist. Aber in der Welt der Reality-Stars reicht das. Wer sich geschickt inszeniert, kann selbst aus einem gescheiterten Umzug eine Schlagzeile machen.

Fazit: Danke, weitergehen!

Letztendlich ist Mia Madissons Wohnungs-Drama genau das: ein Drama, das niemand braucht. Eine Geschichte, die sich irgendwo zwischen belanglos und absurd bewegt. Aber solange es Klicks bringt, wird es wohl nicht die letzte Story dieser Art gewesen sein.

Also: Wer Mia Madisson nicht kennt, hat nichts verpasst. Und wer sie jetzt kennt, wird sie bald wieder vergessen.

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