Rellsens Kolumnen

Philipp Rellstab

Philipp Rellstab - Wortspieler & Klangtüftler. Jazzmusiker mit Trompete, Flügelhorn, Posaune und Tuba. Chefredaktor der SamiPost. Schreibt, wenn das Leben sticht - mal kurz, mal lang, aber immer mit Herz.

1. Elon Musk und seine nächtlichen Panikattacken – Tesla auf der Achterbahn

Text von Philipp Rellstab | veröffentlicht am 24.03.2025 14:34
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Ein Tesla brennt. Dann noch einer. Die Verkaufszahlen in Deutschland sind um 76 Prozent eingebrochen. Und die Aktie? Die hat seit Dezember die Hälfte ihres Wertes eingebüsst. Man könnte meinen, es laufe nicht rund bei Tesla. Aber nicht mit Elon Musk! Wenn die Zahlen ins Bodenlose fallen, ruft der Tech-Messias seine Jünger zur mitternächtlichen Krisenmesse – und diesmal war es kein gewöhnliches Pep-Talk. Nein, es war eine „Armageddon“-Brandrede.

Der CEO, der um 21 Uhr die Belegschaft aus dem Bett klingelt

Es ist Donnerstagabend, 21 Uhr in Austin. Während normale Angestellte ihre Freizeit geniessen, bekommen Tesla-Mitarbeiter eine spontane Einladung: Elon Musk will reden. Eine Einladung, die man besser nicht ausschlägt. Und so sitzt eine Belegschaft, die sich wohl einen ruhigen Abend gewünscht hätte, plötzlich in einer Krisensitzung. Musk redet von brennenden Autos, fallenden Kursen und der Loyalität, die seine Mitarbeiter jetzt bitte gefälligst aufbringen sollen. Die Botschaft? Haltet die Aktien, bleibt standhaft, die Zukunft ist rosig – mit Robotaxis, Künstlicher Intelligenz und natürlich Cybertrucks.

Nun ja, wenn man etwas oft genug wiederholt, wird es vielleicht wahr.

Die Mär vom unerschütterlichen Visionär

Die Tesla-Aktie hat sich nach Musks Brandrede zwar kurzfristig stabilisiert, aber Experten schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Denn was Musk hier abliefert, ist weniger visionäre Führung als verzweifeltes Feuerlöschen. Sein Verhalten sendet genau die falschen Signale: Unsicherheit, Chaos, Panik. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Musk mittlerweile mehr zur Belastung für Tesla wird als zur Stütze. Selbst Investoren fordern mittlerweile seinen Rücktritt.

Und doch: Die Marke Tesla ist untrennbar mit Musk verbunden. Wer sonst würde einen Rückruf von Cybertrucks als Erfolgsgeschichte verkaufen? Wer sonst würde in aller Öffentlichkeit darüber jammern, dass Menschen lieber Teslas anzünden, als sie zu kaufen?

Der Elefant im Raum: Elon Musk ist das Problem

Es gibt einen Punkt, an dem exzentrisches Unternehmertum in pure Hybris kippt. Und Elon Musk hat ihn längst überschritten. Früher war er der geniale Visionär, der die Autoindustrie aufgemischt hat. Heute ist er ein unberechenbarer Egomane, der sein eigenes Unternehmen mit seinen Launen in den Abgrund reissen könnte.

Tesla braucht dringend Stabilität. Einen CEO, der sich um sein Unternehmen kümmert, anstatt sich auf Twitter (pardon, „X“) mit Verschwörungstheoretikern zu verbrüdern. Jemanden, der langfristige Strategien entwickelt, statt mitten in der Nacht Panikversammlungen abzuhalten.

Bis dahin bleibt nur eines sicher: Die nächste chaotische Musk-Eskapade ist nur eine Frage der Zeit.

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