Rellsens Kolumnen

Philipp Rellstab

Philipp Rellstab - Wortspieler & Klangtüftler. Jazzmusiker mit Trompete, Flügelhorn, Posaune und Tuba. Chefredaktor der SamiPost. Schreibt, wenn das Leben sticht - mal kurz, mal lang, aber immer mit Herz.

1. Die Plage der Velos und E-Bikes – Zweirädrige Anarchie in der Stadt

Text von Philipp Rellstab | veröffentlicht am 29.03.2025 11:05
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Es ist Zeit, es einmal klar und deutlich zu sagen: Die Plage der Velos und E-Bikes nimmt überhand. Was einst ein gemütliches Fortbewegungsmittel für umweltbewusste Menschen war, ist heute eine rücksichtlose Welle aus Pedalrittern, die weder Verkehrsregeln noch Anstand kennen. In Zürich und anderen Städten donnern sie über Trottoirs, missachten rote Ampeln und schlängeln sich waghalsig durch den Verkehr, als wäre die Strasse ihr persönlicher Abenteuerspielplatz.

Trottoir: Der neue Veloweg?

Früher war das Trottoir ein sicherer Ort für Fussgänger. Heute muss man sich beim Spaziergang in der Stadt umdrehen, bevor man einen Schritt zur Seite macht – sonst wird man von einem E-Bike mit 45 km/h auf die Hörner genommen. «Sorry!» ruft es dann vielleicht noch im Vorbeifahren, falls überhaupt. Und wer sich erlaubt, einen Velofahrer auf seine Rücksichtslosigkeit hinzuweisen, wird mit einem beleidigten Blick gestraft, als hätte man ihm gerade das letzte Stück Bio-Vollkornbrot aus der Hand gerissen.

Die rote Ampel? Nur eine Empfehlung!

Autofahrer müssen sich an Verkehrsregeln halten, sonst hagelt es Bussen. Doch für viele Velofahrer scheinen die Regeln bloss eine unverbindliche Empfehlung zu sein. Rotlicht? Ach, das ist doch nur für die «Blechlawine» da! Während man als Fussgänger brav wartet, zischt ein Velo an einem vorbei, mit dem leichten Kopfneigen nach links und rechts – als ob das ein offizieller Sicherheitscheck wäre. Ist die Strasse frei? Perfekt, dann mit Vollgas drüber!

Es ist fast schon faszinierend, wie Velofahrer es schaffen, sich in wenigen Sekunden aus der Opferrolle in die Täterrolle zu katapultieren. Wird ihnen der Vortritt genommen, ist das Geschrei gross – aber selbst pfeifen sie fröhlich an den wartenden Autos vorbei, kreuzen mitten auf der Kreuzung den Weg der Fussgänger oder fahren in der Einbahnstrasse in die falsche Richtung.

E-Bikes – Die unkontrollierte Beschleunigung ins Chaos

Wenn normale Velofahrer schon eine Plage sind, dann sind E-Biker die Endgegner. Früher hat man sich wenigstens noch auf Muskelkraft verlassen. Heute rast eine Horde von Akku-Junkies mit 45 km/h an einem vorbei, mit einer Selbstverständlichkeit, die einem Angst macht. Besonders gefährlich: Jugendliche auf E-Mountainbikes. Helm? Fehlanzeige. Fahrkünste? Noch in der Betaphase. Verantwortungsbewusstsein? Wohl mit der letzten Software-Aktualisierung verloren gegangen.

Man kann es ihnen nicht einmal verübeln – wer mit 16 legal schneller als die meisten Autos in der Stadt fahren darf, entwickelt halt einen gewissen Grössenwahn. Es ist ja so bequem: Keine Anstrengung, keine Verantwortung, aber dafür das volle Adrenalinprogramm. Die Verlierer? Fussgänger, Autofahrer und alle, die noch an geordnete Verhältnisse im Strassenverkehr glauben.

Der ewige Opfermythos der Velofahrer

Sobald man dieses Thema anspricht, kommt das unvermeidliche Gegenargument: «Aber die Autos sind doch viel schlimmer!» Klar, es gibt rücksichtslose Autofahrer. Es gibt auch rücksichtslose Fussgänger. Aber das bedeutet nicht, dass Velofahrer einen Freifahrtschein für Anarchie haben.

Trotzdem pflegen viele Velofahrer eine Art Opferkult. Die bösen Autofahrer nehmen ihnen die Vorfahrt, die böse Stadt baut zu wenige Velowege, die bösen Fussgänger wagen es, auf dem Trottoir zu gehen. Die Realität? Velos haben heute mehr Privilegien als je zuvor. Velowege werden überall hingeklatscht – egal, ob sie sinnvoll sind oder nicht. Autospuren werden geopfert, Fussgängerzonen werden zu Veloschnellstrassen umfunktioniert. Und trotzdem gibt es nie genug Platz für die zweirädrige Elite.

Lösung? Verantwortung übernehmen!

Was tun? Verbote bringen nichts, die Stadtpolizei schaut ohnehin lieber weg, anstatt Bussen zu verteilen. Die einzige Lösung: Velofahrer und E-Biker müssen endlich Verantwortung übernehmen. Wer auf der Strasse fährt, soll sich auch wie ein Verkehrsteilnehmer verhalten – mit allen Rechten und Pflichten.

Das bedeutet:
1. Rot ist rot! Auch für Velos. Auch wenn’s nervt.
2. Das Trottoir gehört den Fussgängern! Wer mit dem Velo auf dem Trottoir erwischt wird, sollte eine saftige Busse kassieren.
3. E-Bikes sind keine Spielzeuge! Wer 45 km/h fahren will, soll gefälligst auch Fahrschule und Prüfungen absolvieren müssen.
4. Rücksicht ist keine Schwäche! Ein bisschen Anstand im Verkehr wäre revolutionär.

Bis dahin gilt: Augen auf und Ohren gespitzt – denn das nächste E-Bike könnte schon hinter dir lauern.

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