Rellsens Kolumnen

Philipp Rellstab

Philipp Rellstab - Wortspieler & Klangtüftler. Jazzmusiker mit Trompete, Flügelhorn, Posaune und Tuba. Chefredaktor der SamiPost. Schreibt, wenn das Leben sticht - mal kurz, mal lang, aber immer mit Herz.

1. Trump und die dritte Amtszeit: Ein Spiel mit dem Feuer

Text von Philipp Rellstab | veröffentlicht am 31.03.2025 20:50
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Donald Trump ist wieder Präsident. Nummer 47. Wer das für einen Albtraum hält, hat entweder 2020 im Koma gelegen oder nie verstanden, wie Demokratie (nicht) funktioniert. Aber die eigentliche Frage ist nicht, warum er wieder da ist. Sondern: Ist Trump wirklich so ahnungslos, wie er oft wirkt? Oder – noch schlimmer – verfolgt er einen Plan, den wir unterschätzen?

Unwissenheit als Erfolgsrezept?

Donald Trump redet wirres Zeug. Das ist keine politische Bewertung, das ist ein Protokoll seiner öffentlichen Auftritte. Er verwechselt Namen, fabuliert über Wale, Windräder und Wahlen, die ihm „gestohlen“ wurden. Er lügt so dreist, dass sich selbst George Santos daneben wie ein ehrlicher Buchhalter ausnimmt. Und jetzt also die Idee mit der dritten Amtszeit.

Ein Präsident, der so redet, kann doch unmöglich strategisch denken – oder? Vielleicht doch. Denn Unwissenheit in der Politik ist nicht immer ein Nachteil. Manchmal ist sie ein verdammt effektives Mittel. Trump gibt seinen Wählern, was sie hören wollen: einfache Feindbilder, klare Botschaften und die Illusion, dass früher alles besser war. Sein politischer Erfolg basiert nicht auf Fakten oder Programmen, sondern auf dem Gefühl, dass er einer von ihnen ist.

Und da wären wir beim eigentlichen Problem: Ist Trump wirklich ahnungslos – oder tut er nur so?

Die Kunst der gezielten Verwirrung

„Ich wusste nicht, dass Präsident sein so kompliziert ist“, sagte Trump 2017. Und alle lachten. Hahaha, der Kerl hat keine Ahnung. Aber ist es wirklich Unwissenheit? Oder eine gezielte Strategie?

Während die Welt über seine neusten verbalen Aussetzer lacht, baut Trump an seinem Machtsystem. Medien, die ihn kritisieren, sind „Fake News“. Richter, die ihn verurteilen, sind „Biden-Marionetten“. Republikaner, die es wagen, ihn infrage zu stellen, werden bei den Vorwahlen demontiert.

Trump verkauft sich als Opfer eines korrupten Systems – und gleichzeitig als starker Mann, der genau dieses System in die Knie zwingt. Diese absurde Doppelrolle funktioniert, weil er seine eigene Unberechenbarkeit wie eine Tarnkappe benutzt. Die Demokraten raufen sich die Haare über seine Rechtschreibfehler auf Truth Social, während er seine Richter austauscht. Sie zeigen sich empört über seinen peinlichen Wortsalat, während er die Republikanische Partei in eine sektenähnliche Gefolgschaft verwandelt.

Die dritte Amtszeit: Provokation oder Masterplan?

Jetzt also die neueste Debatte: eine dritte Amtszeit. Theoretisch verboten, praktisch – wer weiss? Trump schlägt vor, dass sein Vizepräsident J. D. Vance 2028 antritt, gewählt wird, dann zurücktritt – und schwupps, Trump ist wieder an der Macht.

Klingt absurd? Sicher. Aber das dachten viele auch 2016 über eine Trump-Präsidentschaft. Und 2020 über ein Comeback.

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