1. „Lieben Gruss“ – warum das einfach falsch ist. Punkt.
Es gibt Fehler, die macht man halt mal. Und dann gibt es „Lieben Gruss“.
Ein Fehler, der sich tarnt als Nettigkeit – und dabei alles falsch macht.
Grammatikalisch. Inhaltlich. Pädagogisch.
Und besonders tragisch wird’s, wenn Lehrpersonen (ja, du da im Lehrerzimmer mit der Kaffeetasse!) diesen Unsinn selber verwenden. In Mails an Eltern, auf Zetteln an der Wandtafel oder im Gruppenchat:
„Lieben Gruss, Frau M.“
Nein. Einfach nein.
Denn wer anderen etwas über Sprache beibringen will, sollte wenigstens die Grundregeln beherrschen. Und dazu gehört:
👉 „Gruss“ ist maskulin.
👉 Maskulin im Nominativ: „lieber Gruss“
„Lieben Gruss“ ist so falsch wie „guter Morgen“ oder „schönen Tag noch, Ihnen auch“.
Klingt irgendwie bekannt – ist aber grammatikalisch kaputt.
Klar, niemand stirbt an einem falschen Gruss. Aber ein bisschen sprachliches Rückgrat wäre schon nett.
Und bevor du jetzt sagst: „Aber mit lieben Grüssen ist doch richtig?!“ – ja. Das ist Plural. Und Dativ. Und ein anderer Fall. Und genau deswegen eben nicht das Gleiche.
Also bitte: Wenn du Lehrer bist und sowas schreibst, dann frag dich ernsthaft:
Was mache ich da eigentlich?
Denn wer „lieben Gruss“ schreibt, gibt sprachlich keine gute Figur ab.
Und wer das als Lehrperson tut, sollte sich vielleicht mal in den Deutschunterricht setzen – diesmal auf die andere Seite des Pults.
Lieber Gruss,
ein verzweifelter Freund der Sprache
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